Weihnachtsgruß des Bezirksvorstands

  • Am 23. Dezember 2021 ·
  • Von admin

Liebe Kolpingschwestern, liebe Kolpingbrüder im Bezirksverband Paderborn,

wie oft haben wir heute schon die Frage gehört: „Wo ist eigentlich mein Handy?“ oder den Aufschrei: „Ich kann meine Autoschlüssel nicht finden! “Wie viel Zeit verbringen wir wohl damit, etwas zu suchen was eigentlich da sein sollte? So kurz vor Weihnachten handelt es sich oft um Dinge, die eben nur in dieser Zeit gebraucht werden. Der Karton mit den Krippenfiguren ist da, aber der Esel fehlt. Dann ist der Weihnachtsbaumständer nicht da, wo er sonst immer war. Und wer hat den goldenen Stern für den Weihnachtbaum im letzten Jahr zurück geräumt? Vielleicht fällt Euch direkt ein, was heute schon vermisst wurde. Vielleicht stellt sich auch das passende Gefühl ein, wie zum Beispiel Verzweiflung, Ärger oder Trauer.

Wer sich auf die Suche macht, allein oder am besten zu zweit, ist dann mit solchen Worten zu hören: „Schau mal, was ich gerade gefunden habe! „Ich wusste gar nicht, dass das da ist.“, oder auch : „Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, aber jetzt ist es wieder da ! Gut, dass du mir geholfen hast.“ Wir fühlen Dankbarkeit und Erleichterung, wenn die Suche erfolgreich abgeschlossen ist. Und manchmal finden wir dabei etwas ganz anderes, als wir gesucht haben.

Die Weihnachtsgeschichte ist auch eine Geschichte vom Suchen und Finden. Maria und Josef suchen eine sichere Herberge in Bethlehem und finden einen Stall. Die Hirten wollen herausfinden, wovon ihnen die Engel erzählt haben, und finden Jesus als Kind in der Krippe. Die Sternendeuter stoßen zunächst auf Herodes, bevor auch sie in Bethlehem ans Ziel kommen.

„Vom Suchen und Finden“ möchten wir zum Ausdruck bringen, dass Gott sich von uns finden lässt. Als Christen haben wir den Auftrag, Gott jeden Tag, an jedem Ort und in jedem Menschen zu suchen und zu finden. Nicht zuletzt auch in uns selbst. Daran erinnert uns die Weihnachtsgeschichte jedes Jahr aufs Neue.

Wir wünschen Euch und Euren Liebsten in diesen Tagen eine erfolgreiche Suche nach Gott. Dass er nicht nur in der Krippe, sondern auch an all den Orten und in den Begegnungen spürbar wird, in denen er gefunden werden will.

„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“

Johannes 1,1

An die Menschwerdung Gottes zu glauben heißt: trotz aller schlimmen Erfahrungen auf dieses Kind zu vertrauen. Der Prophet Jesaja nennt es schon vorrausschauend „Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens!“ Jesaja 9,5

Andere Texte der Heiligen Schrift bezeichnen ihn als Retter. Und wir selbst singen in unseren Liedern von Licht, das uns in der Finsternis erstanden ist, und von einer Rose, die mitten im Winter blüht.

Uns wird etwas geschenkt, was wir selbst nicht produzieren können oder verdient haben: die Zusage von Erlösung, Vollendung und ewigen Leben. Wir haben Zukunft, auch wenn uns manchmal Probleme und Schwierigkeiten niederdrücken. Wer sich von einem Sinn getragen weiß, vermag manches Unverständliche zu verkraften und den Mut nicht zu verlieren.

Lass uns dich nicht in Glanz und Herrlichkeit suchen, sondern in der Schlichtheit des Stalls, denn du willst ganz nah bei den Menschen sein. Gib uns die Einfachheit der Hirten und die Demut der Weisen , dich zu erkennen.

Wir wünschen Euch hoffnungsvolle Weihnachten und Gottes Segen für das kommende neue Jahr!

Im Namen des Kolping-Bezirksvorstandes-Paderborn

Michael Rabke